Inge Hemberger begann den Abend mit einer Einführung in die Historie des Museums: Beginnend mit der Projektgruppe um Hermfried Richter, dann mit der
Gründung des Vereins 2001, ist das Wehrer Stadtmuseum von Beginn an ein ehrenamtliches Projekt gewesen. Nach diesem kurzen Überblick ging sie schlaglichtartig
auf die Sammlung und ihre Akzente ein.
Mit einem lebendigen Vortrag des Gedichts das Hexlein
von Hebel kam sie zum Hauptthema des Abends. Am Ende wurde das Geheimnis des Bezugs von Hebel zur Glassammlung im Museum gelüftet: Die Kalendergeschichte im Schatzkästlein
des rheinischen Hausfreunds: "Der Schneider von Pensa
und dessen Hauptperson Franz-Anton Egetmeyer. Franz-Josef Egetmeyer ist Stifter unserer Sammlung Schwarzwälder Glases.
Johann Peter Hebel ist im deutschsprachigen Raum wahrscheinlich der Ahnherr der mundartlichen Dichtung. Sein Werk, von Goethe bewundert, geht weit über das hinaus, was oft fälschlicherweise mit Heimatdichtung apostrophiert wird. Bekannt ist er natürlich durch seine volkstümlichen Kalendergeschichten. Daß sein Werk aber weit über nette Dinge aus der "guten alten Zeit" hinausgeht und zum Kanon der dichterischen Klassiker gehört, zeigt allein sein Langgedicht "Die Vergänglichkeit".
Hier die Einladungskarte als PDF Datei zum Herunterladen.
Wie gewohnt mündete der Museumsabend in einen geselligen Teil in der Dauerausstellung des Stadtmuseums. An diesem Abend gekrönt von einem spontanen und sehr gelungenen Vortrag des Gedichts "Der Mann im Mond" von JP Hebel.
Geschichte und Geschichten vom Segelfliegen in Haagen, Gersbach und auf dem Hotzenwald, so nennt Werner Kramer sein Buch über
9o Jahre Segelflug auf dem Hotzenwald. Von den Anfängen und ersten Flugversuchen Anfang der 1930er Jahre in Haagen - einer Zeit voller Aufbruchstimmung und
Flugbegeisterung, über die ersten Gleitflüge in Gersbach hin zu wirklich freiem Fliegen im Hangwind des Hotzenwalds. Beginnend 1935 zeichnet er die
Geschichte des Segelflugs in unserer Region bis zum Jahrtausendwechsel. Schon in den 1930er Jahren wurde in der Presse von der "badischen Rhön" geschrieben.
Die weitere Entwicklung führte die Segelflieger auf dem Hotzenwald nach schwierigen Anfängen und nach teilweise erheblichen Widerständen bis hin zur erfolgreichen
Teilnahme an internationalen Wettbewerben.
Werner Kramer wird sein Buch mit einem Lichtbildervortrag im Stadtmuseum Wehr vorstellen. Eine kleine Fotoausstellung im Stadtmuseum wird den Start des Buches begleiten.
Herzliche Einladung zu diesem Museumsabend! Hier die Einladungskarte als zum Herunterladen
Am 12.-13.7. feiert die Stadt Wehr das 75. Jubiläum ihrer Erhebung zur Stadt. Im Stadtmuseum haben wir eine Sammlung mit Objekten zu diesem Anlaß
zusammengestellt, die zu den üblichen Öffnungszeiten bis Ende August besichtigt werden kann.
Einen ersten Eindruck können Sie sich in unserem Online-Katalog verschaffen.
Nach drei gut besuchten Museumsabenden zum Thema Wald – Glas – Kunst ging es nun hinaus in den Wehrer Stadtwald. Wieder waren fast 50 interessierte
Besucherinnen und Besucher gekommen, darunter auch einige Familien mit Kindern.
Die gut zweistündige Begehung schloß Wald in unterschiedlichsten Entwicklungszuständen ein: Alte Hiebe, die einen traumhaften Blick über das Wehra- und das Rheintal mit Alpensicht ermöglichten, neue Aufforstungen und Waldstücke mit altem Baumbestand säumten den Weg.
Schnell war erkennbar, daß sich Buchen an diesem Standaorten prächtig entwickeln – wir befinden uns am Waldberg im sogenannten Buchenoptimum. Ohne forstliche Eingriffe würde sich recht bald eine Buchenmonokultur entwickeln, die dann neuen Schädlingen oder deutlichen klimatischen Veränderungen möglichweise wenig entgegenzusetzen hätte.
So ist die Artenvielfalt des Mischwaldes wesentlich auf forstliche Eingriffe des Menschen zurückzuführen.
Diese erfolgen einerseits, um die Wälder widerstandsfähiger und ökologisch wertvoller zu machen, andererseits, um auf unterschiedliche Anforderungen
zukünftiger Holzmärkte antworten zu können, die kaum absehbar sind. Liegen doch zwischen Pflanzung und Holzernte oft mehr als hundert Jahre.
Nach der anstrengenden und höchst informativen Wanderung schloß der gesellige Teil mit auf dem Feuer gebratenen Würsten beim Waldparkplatz den Vormittag ab. Ein herzliches Dankeschön an Stadtförsterin Swantje Schaubhut für diese ausgezeichnete Führung!
Wieder kamen fast 50 an Thema interessierte Besucher ins Stadtmuseum und erlebten einen kurzweiligen, interessanten Abend mit geselligem Abschluss.
Das Badische Forstgesetz von 1833 war über 140 Jahre Grundlage, alle Wälder aufzuforsten. Heute produzieren Wälder jdeoch nicht nur Rohstoffe. Sie sind auch Schutzwald und Erholungswald. Es sind keine Urwälder mehr, aber naturnahe, nachhaltig bewirtschaftete Waldökosysteme.
Die gut ausgebildeten Förster im Großherzogtum Baden bauten die im 18. Jh. weitgehend zerstörten Wälder auf. Dr. Mehlin erklärte Wildarten, den fachlichen Naturschutz im Bannwald Wehratal, die Zertifizierung, Biotopschutzwälder und Anpassungen der Waldbestände an die Klimaerwärmung, wenn sich die Temperatur im Wehratal noch stärker erwärmen sollte.
Gerade in diesem brandaktuellen Bereich stellte Hans Mehlin Lösungen für naturnahe Wälder in unterschiedlichen Szenarien dar. Nicht nur die Temperartur sondern auch die mit diesen Änderungen verbundenen Änderungen bei den Niedrschlägen und deren Auswirkungen wurden analysiert und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt.
In einem kleinen Exkurs waren auch die Waldsagen im Wehratal und zwei kurze Passagen aus der "Hotzenwälder Trilogie" Thema, als Mehlins Uroma Anna im Wehratal einen pirschenden Jäger trifft.
Der Referent ging auch auf die Forstbetriebsgemeinschaft und die Waldgemeinschaft ein, die zur Strukturförderung im Kleinprivatwald Wehr für die parzellierten Waldgrundstücke bestehen.
Es gibt kaum eine Stelle auf dem Gebiet unserer Stadt, von der aus man keinen Wald sieht. Bedeutet der Wald aber mehr als Naherholung oder grüne Lunge?
Glas und Eisenverhüttung, auf die die industriellen Wurzeln unserer Stadt zurückgehen, basieren auf dem Wald, auf intensiver Waldnutzung.
Nach der Einführungsveranstaltung mit Dirk Bürklin wendeten wir uns dem Thema Wald, der die Grundlage der Glasherstellung bisldete zu:
Forstdirektor a. D. Dr. Hans Mehlin zeigte anhand der Forstgeschichte den Weg von der frühmittelalterlichen Waldweide bis zum Raubbau, der im 18. Jh. zur weitgehenden Entwaldung führte.
Fast 50 Besucher kamen zu unserem ersten Museumsabend in das Stadtmuseum. Nach dem einleitenden Dokumentarfilm führte Dirk Bürklin in die Schwarzwälder Glaskunst ein. Anhand der Sammlung Egetmeyer des Stadtmuseums Wehr erklärte er die jahrtausendealte
Kunst des Glasmachens. Eine kleine Ausstellung mit eigenen Objekten rundete den Abend ab. Bei einem Glas Sekt und Zopf blieben noch viele Besucher beim anschließenden
geselligen Teil im Museum.
Mehr über die Arbeit von Dirk Bürklin auf seiner Website: www.glaswerkstatt-herrischried.com
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