Nachdem wir in unserer technikhistorischen Wanderung Mitte Oktober die technische Seite der Wassernutzung als Energiequelle beleuchtet haben, wenden wir uns nun eher dem
Aspekt Wasser als Lebensgrundlage zu.
Der Dürresommer 2026 ließ die Wichtigkeit dieser Ressource auch in unserer postindustriellen Zeit neu bewußt werden.
Bauern steigerten seit dem Mittelalter ihre Erträge durch Zufuhr von Mineralien aus dem Wasser von Wuhren, die die Felder durchzogen. Für Mühlen und Hammerwerke war das
Wasser bei entsprechendem Gefälle wichtige Energiequelle. Nach dem Ende der Schwarzwälder Eisen- und Stahlindustrie lieferte die Wasserkraft die Antriebskraft für Spinnereien
und Webereien.
Es entspann sich ein Kampf um die Wassernutzung, der bis an die Schwelle zum 20. Jahrhundert dauerte. Wasserkraft und Brauchwasser als halfen aus der Armut. Reinhard Valenta skizziert den Verteilungskampf um diese Quelle des Wohlstandes durch die Jahrhunderte.
Herzliche Einladung zum Museumsabend mit anschließendem Austausch.
In seinem Buch „Wasserkraft zwischen Wehra und Wutach“
beschreibt Dr. Achim Bonenschäfer die Wasserkraftanlagen im Landkreis Waldshut, beginnend mit der vorindustriellen Zeit. Anhand dieser umfassenden Arbeit zeichnen wir die
Arten der Wassernutzung im Wehratal nach.
Seit dem Mittelalter führt die Nutzung des Wassers als Energiequelle aber auch zu Interessenskonflikten. Für die Landwirtschaft Mineralien- und Feuchtigkeitsquelle - für die
Wirtschaft unverzichtbarer Motor.
Mit der Reihe „Landwirtschaft - Wasser - Industrie“ des Stadtmuseums Wehr nehmen wir Standortfaktoren unserer Wirtschaftsgeschichte in den Blick, die bis in die Gegenwart hinein unter immer neuen Bedingungen fortwirken und bis heute für die Wirtschaft von großer Bedeutung sind.
Achim Bonenschäfer berichtete von den historischen Standorten und ihrer Technik, Dr. Reinhard Valenta von den bäuerlichen Bewässerungssystemen zur Befeuchtung, vor allem aber zur mineralischen Düngung der Felder. Die mit diesen konkurrierenden Nutzungen verbundenen Konflikte setzten sich in der Industrialisierung bis an die Schwelle des 20. Jahrhunderts fort. Die Wanderung wird ca. 2,5 Stunden dauern - herzliche Einladung!
Ein ganz herzliches Dankeschön an Herrn Jenisch von der Firma Herbster Hülsen in Schopfheim dafür, daß er uns die Türen zu seinen Anlagen geöffnet hat. Die Firma Herbster ist Betreiber der neu gebauten Anlage im Bereich der ehemaligen Wehra AG. Außerdem gehören der Firma Herbster die beiden vor wenigen Jahren stillgelegten Kraftwerke der Papierfabrik Lenz: mittlerweile hochtinteressante Dokumente der Industriegeschichte.
Anschließend Austausch im Brauhaus Meier. Der Schwarzwaldverein Wehr sorgt mit dem Stadtbus für die Rückfahrt zum Wehrabecken.
Werner Krotzingers musikalische Hochbegabung wurde schon früh erkannt. Während seiner ersten Gymnasialjahre in Schopfheim wurde sie dann von einer
Schülerin des in Riehen lebenden Violinvirtuosen Adolf Busch weiter entwickelt.
Im Alter von 13 Jahre bestand er die Aufnahmeprüfung für das Musische Gymnasium Frankfurt, einer damals neu gegründeten musikalischen Eliteschule. 1939 trat er in das Internat dieses Gymnasiums ein und konnte dort auch im Jahr 1945 sein Abitur ablegen
Der Dokumentarfilmer Philipp Clarin zeichnet die Geschichte dieses Gymnasiums und seines Direktors Kurt Thomas nach. Die Zwiespältigkeit dieser schwierigen Zeit wird im Film thematisiert.
Mehr zum Film finden Sie auf der Website von Philipp Clarin: Musensöhne. Über die weiteren Hintergründe hielt der ehemalige Schüler Rüdiger Volhard einen hochinteressanten Vortrag bei einem Ehemaligentreffen der Schüler des Musischen Gymnasiums Frankfurt.
Im Anschluß an den Film besteht die Möglichkeit zum Austauch und zum Besuch der Krotzinger Ausstellung.
Werner Krotzinger (1926-2009) zählte besonders in den 1950er Jahren mit dem Stuttgarter Kammerorchester zu den Kulturbotschaftern der neuen,
demokratischen Bundesrepublik im Ausland. Zahlreiche Auftritte führten ihn auf fast alle Kontinente der Erde. Später leistete er als Rektor
der Folkwang-Hochschule in Essen Herausragendes für die Kultur in unserem Land.
Taggenau an seinem 100. Geburtstag am 18.9.2026 konnten wir im Stadtmuseum Wehr dieses bedeutenden Wehrers gedenken. Die Jugendmusikschule
Bad Säckingen gestaltete den musikalischen Teil des Abends. Herzlichen Dank an Miriam Reichert, Jakob Kolmar und Michelle Schoof für die wunderbare musikalische Gestaltung des Abends!
Werner Krotzingers Tochter Christine Kellermann berichtete von ihrem Vater, der seiner
Heimatstadt lebenslang eng verbunden war.
Der von der Stadt Wehr 2008 erworbene und wieder instandgesetzte „Honigberger Flügel“ wurde von Michelle Schoof gespielt.
Dies freut uns insbesondere, da Werner Krotzinger zwischen seinem Abitur am musischen Gymnasium und dem Studienbeginn in Basel und Freiburg an der Kunst- und Musikschule Honigberger eingeschrieben war. An diesem Abend wurde die Ausstellung zum Leben Werner Krotzingers eröffnet, die in Zusammenarbeit mit Christine Kellermann und Dr. Reinhard Valenta erarbeitet wurde und in der auch die spontanen Auftritte Werner Krotzingers in Wehr ihren Platz haben.
Im Anschluß an die Soirée kann eine kleine Ausstellung als Hommage an Werner Krotzinger besucht werden und es besteht Raum zum geselligen Austausch. Der Eintritt ist frei, über eine Spende freuen wir uns.
Inge Hemberger begann den Abend mit einer Einführung in die Historie des Museums: Beginnend mit der Projektgruppe um Hermfried Richter, dann mit der
Gründung des Vereins 2001, ist das Wehrer Stadtmuseum von Beginn an ein ehrenamtliches Projekt gewesen. Nach diesem kurzen Überblick ging sie schlaglichtartig
auf die Sammlung und ihre Akzente ein.
Mit einem lebendigen Vortrag des Gedichts das Hexlein
von Hebel kam sie zum Hauptthema des Abends. Am Ende wurde das Geheimnis des Bezugs von Hebel zur Glassammlung im Museum gelüftet: Die Kalendergeschichte im Schatzkästlein
des rheinischen Hausfreunds: "Der Schneider von Pensa
und dessen Hauptperson Franz-Anton Egetmeyer. Franz-Josef Egetmeyer ist Stifter unserer Sammlung Schwarzwälder Glases.
Johann Peter Hebel ist im deutschsprachigen Raum wahrscheinlich der Ahnherr der mundartlichen Dichtung. Sein Werk, von Goethe bewundert, geht weit über das hinaus, was oft fälschlicherweise mit Heimatdichtung apostrophiert wird. Bekannt ist er natürlich durch seine volkstümlichen Kalendergeschichten. Daß sein Werk aber weit über nette Dinge aus der "guten alten Zeit" hinausgeht und zum Kanon der dichterischen Klassiker gehört, zeigt allein sein Langgedicht "Die Vergänglichkeit".
Hier die Einladungskarte als PDF Datei zum Herunterladen.
Wie gewohnt mündete der Museumsabend in einen geselligen Teil in der Dauerausstellung des Stadtmuseums. An diesem Abend gekrönt von einem spontanen und sehr gelungenen Vortrag des Gedichts "Der Mann im Mond" von JP Hebel.
Geschichte und Geschichten vom Segelfliegen in Haagen, Gersbach und auf dem Hotzenwald, so nennt Werner Kramer sein Buch über
9o Jahre Segelflug auf dem Hotzenwald. Von den Anfängen und ersten Flugversuchen Anfang der 1930er Jahre in Haagen - einer Zeit voller Aufbruchstimmung und
Flugbegeisterung, über die ersten Gleitflüge in Gersbach hin zu wirklich freiem Fliegen im Hangwind des Hotzenwalds. Beginnend 1935 zeichnet er die
Geschichte des Segelflugs in unserer Region bis zum Jahrtausendwechsel. Schon in den 1930er Jahren wurde in der Presse von der "badischen Rhön" geschrieben.
Die weitere Entwicklung führte die Segelflieger auf dem Hotzenwald nach schwierigen Anfängen und nach teilweise erheblichen Widerständen bis hin zur erfolgreichen
Teilnahme an internationalen Wettbewerben.
Werner Kramer wird sein Buch mit einem Lichtbildervortrag im Stadtmuseum Wehr vorstellen. Eine kleine Fotoausstellung im Stadtmuseum wird den Start des Buches begleiten.
Herzliche Einladung zu diesem Museumsabend! Hier die Einladungskarte als zum Herunterladen
Am 12.-13.7. feiert die Stadt Wehr das 75. Jubiläum ihrer Erhebung zur Stadt. Im Stadtmuseum haben wir eine Sammlung mit Objekten zu diesem Anlaß
zusammengestellt, die zu den üblichen Öffnungszeiten bis Ende August besichtigt werden kann.
Einen ersten Eindruck können Sie sich in unserem Online-Katalog verschaffen.
Nach drei gut besuchten Museumsabenden zum Thema Wald – Glas – Kunst ging es nun hinaus in den Wehrer Stadtwald. Wieder waren fast 50 interessierte
Besucherinnen und Besucher gekommen, darunter auch einige Familien mit Kindern.
Die gut zweistündige Begehung schloß Wald in unterschiedlichsten Entwicklungszuständen ein: Alte Hiebe, die einen traumhaften Blick über das Wehra- und das Rheintal mit Alpensicht ermöglichten, neue Aufforstungen und Waldstücke mit altem Baumbestand säumten den Weg.
Schnell war erkennbar, daß sich Buchen an diesem Standaorten prächtig entwickeln – wir befinden uns am Waldberg im sogenannten Buchenoptimum. Ohne forstliche Eingriffe würde sich recht bald eine Buchenmonokultur entwickeln, die dann neuen Schädlingen oder deutlichen klimatischen Veränderungen möglichweise wenig entgegenzusetzen hätte.
So ist die Artenvielfalt des Mischwaldes wesentlich auf forstliche Eingriffe des Menschen zurückzuführen.
Diese erfolgen einerseits, um die Wälder widerstandsfähiger und ökologisch wertvoller zu machen, andererseits, um auf unterschiedliche Anforderungen
zukünftiger Holzmärkte antworten zu können, die kaum absehbar sind. Liegen doch zwischen Pflanzung und Holzernte oft mehr als hundert Jahre.
Nach der anstrengenden und höchst informativen Wanderung schloß der gesellige Teil mit auf dem Feuer gebratenen Würsten beim Waldparkplatz den Vormittag ab. Ein herzliches Dankeschön an Stadtförsterin Swantje Schaubhut für diese ausgezeichnete Führung!
Wieder kamen fast 50 an Thema interessierte Besucher ins Stadtmuseum und erlebten einen kurzweiligen, interessanten Abend mit geselligem Abschluss.
Das Badische Forstgesetz von 1833 war über 140 Jahre Grundlage, alle Wälder aufzuforsten. Heute produzieren Wälder jdeoch nicht nur Rohstoffe. Sie sind auch Schutzwald und Erholungswald. Es sind keine Urwälder mehr, aber naturnahe, nachhaltig bewirtschaftete Waldökosysteme.
Die gut ausgebildeten Förster im Großherzogtum Baden bauten die im 18. Jh. weitgehend zerstörten Wälder auf. Dr. Mehlin erklärte Wildarten, den fachlichen Naturschutz im Bannwald Wehratal, die Zertifizierung, Biotopschutzwälder und Anpassungen der Waldbestände an die Klimaerwärmung, wenn sich die Temperatur im Wehratal noch stärker erwärmen sollte.
Gerade in diesem brandaktuellen Bereich stellte Hans Mehlin Lösungen für naturnahe Wälder in unterschiedlichen Szenarien dar. Nicht nur die Temperartur sondern auch die mit diesen Änderungen verbundenen Änderungen bei den Niedrschlägen und deren Auswirkungen wurden analysiert und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt.
In einem kleinen Exkurs waren auch die Waldsagen im Wehratal und zwei kurze Passagen aus der "Hotzenwälder Trilogie" Thema, als Mehlins Uroma Anna im Wehratal einen pirschenden Jäger trifft.
Der Referent ging auch auf die Forstbetriebsgemeinschaft und die Waldgemeinschaft ein, die zur Strukturförderung im Kleinprivatwald Wehr für die parzellierten Waldgrundstücke bestehen.
Es gibt kaum eine Stelle auf dem Gebiet unserer Stadt, von der aus man keinen Wald sieht. Bedeutet der Wald aber mehr als Naherholung oder grüne Lunge?
Glas und Eisenverhüttung, auf die die industriellen Wurzeln unserer Stadt zurückgehen, basieren auf dem Wald, auf intensiver Waldnutzung.
Nach der Einführungsveranstaltung mit Dirk Bürklin wendeten wir uns dem Thema Wald, der die Grundlage der Glasherstellung bisldete zu:
Forstdirektor a. D. Dr. Hans Mehlin zeigte anhand der Forstgeschichte den Weg von der frühmittelalterlichen Waldweide bis zum Raubbau, der im 18. Jh. zur weitgehenden Entwaldung führte.
Fast 50 Besucher kamen zu unserem ersten Museumsabend in das Stadtmuseum. Nach dem einleitenden Dokumentarfilm führte Dirk Bürklin in die Schwarzwälder Glaskunst ein. Anhand der Sammlung Egetmeyer des Stadtmuseums Wehr erklärte er die jahrtausendealte
Kunst des Glasmachens. Eine kleine Ausstellung mit eigenen Objekten rundete den Abend ab. Bei einem Glas Sekt und Zopf blieben noch viele Besucher beim anschließenden
geselligen Teil im Museum.
Mehr über die Arbeit von Dirk Bürklin auf seiner Website: www.glaswerkstatt-herrischried.com
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